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Events 2017

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Presse / Publikationen


Freitag, 12.05.2017 bis Sonntag, 14.05.2017, Besuch von Justin Rennilson am RiesKraterMuseum in Nördlingen

Grund: Übergabe von mehr als 93.000 digitalisierten Originalfotos der Surveyor-Missionen zwischen 1966 und 1968

Der Physiker Justin Rennilson ist mit seinen über 90 Jahren noch immer wissenschaftlich aktiv und beschäftigt sich bis heute mit einem seiner großen Projekte, für die er aktiv für die NASA arbeitete: dem Surveyor-Programm. Im Rahmen dieses technischen und wissenschaftlichen Forschungsprogramms sollten grundsätzliche Fragestellungen beantwortet werden. So war für eine sichere Mondlandung unbedingt notwendig, mehr über den Mond zu wissen. Wie kann man auf dem Mond weich landen? Sind drei oder vier Beine für ein Landemodul besser? Wie dick ist die auf dem Mond erwartete Staubschicht wirklich? Und natürlich: die fotografische Erkundung von möglichen Landeplätzen für die geplanten Apollo-Missionen.











Bild: Aus den Rohdaten der Surveyor 1 Mission haben Justin und Gary Rennilson dieses Mondpanorama erstellt.


Das Surveyor-Programm und die Mondlandung 1969

Zwischen 1966 und 1968 landeten insgesamt sieben Raumsonden auf dem Mond, wovon Surveyor 1, 3, 5, 6 und 7 tatsächlich die Oberfläche unbeschadet erreichten und insgesamt rund 93.000 Bilder zur Erde übermitteln konnten. Federführend für die fotografische Dokumentation und Auswertung war das Team um Justin Rennilson. Unterstellt war er keinem geringerem als Eugene Shoemaker.

Wenige Jahre vor der erfolgten Mondlandung lag der Fokus des Surveyor-Programms bei der technischen Realisierung eines sanften Aufsetzens der Raumsonde und der Erkundung der Mondoberfläche. Ohne die die Erkenntnisse der Surveyor-Missionen, so Rennilson, hätten die Apollo-Mondlandungen wahrscheinlich zeitlich verschoben werden müssen. Die erfolgreichen „weichen“ Landungen auf dem Mond waren eine wichtige Grundvoraussetzung für die NASA und die Astronauten der geplanten Apollo-Missionen selbst, damit die erste Mondlandung noch bis 1969 sicher durchgeführt werden konnte.

Aufgrund des damaligen hohen Zeitdrucks wurden bis zum heutigen Tage viele der fotografischen Rohdaten nicht ausgewertet, zumal die Daten über lange Zeit auf Bändern analog und nicht, wie heute üblich, digital vorlagen. In den letzten Jahren hat es sich Justin Rennilson zur Aufgabe gemacht, dieses Stück Raumfahrtgeschichte nicht nur für die Nachwelt zu sichern sondern auch für die Wissenschaft zugänglich zu machen. Herausgekommen ist ein einzigartiger Datensatz, welcher am 12. Mai 2017 der Sammlung des RiesKraterMuseums in Nördlingen übergeben wurde.


Die Daten befinden sich auf zwei, mehrere Terabyte großen Festplatten, welche von Justin Rennilson der Leitung des RiesKraterMuseums (Prof. Dr. Stefan Hölzl, Dipl.-Geol. Gisela Pösges) sowie symbolisch dem Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins Freunde des RiesKraterMuseums e.V. (Dipl.-Geol. Dr. Oliver Sachs) überreicht wurden.

Das RiesKraterMuseum ist somit die einzige Institution in Europa, welche einen vollständigen digitalen Datensatz dieser wichtigen Missionen besitzt. Von nun an, so der Museumsleiter Prof. Dr. Hölzl, stehen die Rohdaten zur weiteren Auswertung für nationale sowie internationale Wissenschaftler und Forschungsinstitute in Nördlingen zur Verfügung.


Foto: Dr. Oliver Sachs und Justin Rennilson mit beiden Festplatten der Surveyor-Datensätze vor der 165 g schweren Mondgesteinsprobe im RiesKraterMuseum.


Surveyor 1 landete am 2. Juni 1966 – also vor 51 Jahren – 100 Kilometer nördlich des Kraters Flamsteed im Oceanus Procellarum. Es war die erste weiche Landung einer US-amerikanischen Sonde auf dem Mond. Im Vergleich zu den späteren Missionen wirken diese Fotos noch etwas kontrastärmer. Trotzdem konnten damals sogar Farbpanoramen mittels eines kalibrierten fotometrischen Ziels erstellt werden.






Bild: Farbfoto mit dem fotometrischen Ziel am Standfuß der Raumsonde Surveyor 1


Surveyor 3 landete am 20. April 1967 – also vor 50 Jahren – auf dem Mond. Die Sonde setzte relativ unsanft auf, wodurch sie drei Mal hüpfte und schließlich an einem Hang mit 14 Grad Neigung zum Stehen gekommen ist. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass erstmals eine Sonnenfinsternis, welche auf dem Mond stattfand, dokumentiert werden konnte.

Zusammen mit seinem Sohn erstellte Rennilson ein Bild der Sonnenfinsternis, wie sie auf dem Mond beobachtet werden konnte. Bei dem orangefarbenen Ring handelt es sich um das Leuchten der Erdatmosphäre, welche ein Wechselspiel zwischen Wolken und wolkenfreien Gebieten auf der Erde wiedergibt.



Bild: Die weltweit erste, auf dem Mond beobachtete und fotografisch im Bild festgehaltene Sonnenfinsternis. Die Einzelfotos wurden im Zeitrum vom 12./13. Mai 1960 von Surveyor 3 aufgenommen.











Bild: Aus vielen Einzelbildern zusammengesetztes Mondpanorama vom Landeplatz der Raumsonde Surveyor 7.


Surveyor 7 war die letzte Raumsonde dieses NASA-Programms und landete am 9. Januar 1968 rund 40 Kilometer nördlich des Kraters Tycho. Der Meteoritenkrater befindet sich in den südlichen Hochebenen des Mondes und besitzt ein auffallendes Strahlensystem. Mit seinen 85 km Durchmesser gilt er als einer der bedeutendsten Mondkrater.

Von dem Landeplatz von Surveyor 7 hat Rennilson aus vielen Einzelbildern (siehe oben) einige hochaufgelöste Bilder der Mondoberfläche sowie ein Mondpanorama (siehe unten) dem RiesKraterMuseum zur Verfügung gestellt.




Bild: Der Landeplatz von Surveyor 7 mit zwei gut sichtbaren Meteoritenkratern im Hintergrund











Bild: Das fertige Mondpanorama vom Landeplatz der Raumsonde Surveyor 7.


Während der von Freitag, 12.05.2017 bis Sonntag, 14.05.2017, im RiesKraterMuseum abgehaltenen Arbeitstreffen erläuterte Justin Rennilson ausführlich, wie aus den vielen Rohdaten (Bilddaten, Temperaturen, Messung der Albedo der Erde, etc.) wissenschaftliche Daten gewonnen werden können. Gleichzeitig führte er vor, wie die einzelnen Mosaike extrahiert und aus diesen größere Bilder, ja ganze Mondpanoramen angefertigt werden können. Dazu gab es eine schriftliche Anleitung für Wissenschaftler, wie aus den Daten Bilder werden. Neben Fotos der optischen Geräte brachte Rennilson auch viele Highlights von Bildern mit, welche er und sein Sohn Gary Rennilson in den letzten Jahren erstellt haben. Die Bilder und Daten wurden von Justin Rennilson unentgeltlich zur Verfügung gestellt, wofür ihm und seinen Kollegen an dieser Stelle herzlich gedankt sei.



Foto: Der Museumsleiter Prof. Dr. Stefan Hölzl und Justin Rennilson während der Arbeitstreffen im RiesKraterMuseum.










Bild: Eine von Justin Rennilson während eines Vortrages überreichte Merkhilfe mit den vielen Highlights der Surveyor-Missionen.


Beitragsarchiv

Das vergangene Jahr



Abbildung: Der aus Suevit-Gestein gehauene Narr an der Rathaustreppe von Nördlingen. Die unter dem Relief befindliche Inschrift Nun sind unser zwey zielt darauf ab, dass der Betrachter nun ebenfalls ein Narr ist, genau wie Generationen von Forschern, welche ebenfalls den Suevit ebenfalls genau betrachtet hatten.
Foto-Radierung von A. Thomas, Augsburg (2013)


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